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Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft

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Studie

Familienhunde machen Mut

Kinder, die mit einem Hund im Haushalt leben, haben weniger Ängste als Kinder ohne Vierbeiner zu Hause.Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Untersuchung aus den USA.

Viele Angsterkrankungen haben ihre Wurzeln in der Kindheit. Forscher der Universität Oklahoma, der Klinik Bassett Medical Center in New York sowie der Dartmouth Medical School in New Hampshire haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten zur Prävention zu erforschen: Die bekannte Tatsache, dass Hunde Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl und Wohlbefinden fördern, motivierte die Studienleiter zu der Forschungsfrage, ob Hundehaltung Angstgefühle bei Kindern mindern kann.  

Für ihre Studie baten die Forscher die Eltern von 643 Kindern um Mitarbeit, die routinemäßig am Bassett Medical Center behandelt wurden. Verschiedene Fragebögen zielten darauf ab, Einblicke in die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder sowie deren Lebenssituation und etwaigen Tierbesitz zu erhalten. Die ausgewählten Kinder waren zwischen vier und zehn Jahren alt und nicht wegen gravierender Krankheiten in Behandlung. 

Die Ergebnisse der im Fachmagazin „Preventing Chronic Disease“ (Ausgabe November 2015) veröffentlichten Studie zeigten, dass nur zwölf Prozent der jungen Tierhalter an klinisch relevanten Angstsymptomen litten – im Vergleich zu 21 Prozent der Nicht-Tierhalter. Besonders positiv schnitten die Kinder aus Familien mit Hunden bei Fragen wie „Hat das Kind Angst, allein zu Hause zu sein?“ oder „Traut sich das Kind, mit Fremden zu sprechen?“ ab. Variablen wie der Gesundheitszustand der Eltern sowie der Lebens- und Bildungsstandard der Familie waren bereits herausgerechnet worden. 

„Hunde als Heimtiere können Ängste bei Kindern mildern, besonders Trennungsangst und Schwierigkeiten bei Sozialkontakten“, schreiben die Forscher. Das könne folgende Gründe haben: Nachweislich regen Hunde als sogenannte „Eisbrecher“ zu Konversation und Sozialkontakten an. Die Interaktion mit einem freundlichen Hund hat dank der Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin eine entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung. Da es sich um eine Korrelationsstudie handelt, könne man aber keine Kausalaussagen treffen, schränken die Studienleiter ein: „Das bedeutet, dass entweder mutigere Kinder eher Hunde haben oder Hunde Kinder mutiger machen.“ Langzeitstudien seien nötig, um diesen Zusammenhang aufzuklären.

Foto: © iStock/christingasner 

 

Kontakt

Bassett Medical Center I Anne M. Gadomski I Cooperstown, NY